Haarausfall bei Kindern

Wenn sich bei Säuglingen oder Kleinkindern auf einmal ein sichtbarer Haarausfall zeigt, reagieren viele besorgte Eltern mit Erschrecken. Die Ratlosigkeit ist groß, wird doch das Thema Haarausfall bei Kindern kaum auf Ratgeberseiten oder in Erziehungsguides behandelt. Doch können jetzt schon alle ängstlichen Eltern beruhigt sein, denn in der Regel handelt es sich um keine ernste Erkrankung, die noch dazu mit schonenden Naturheilmitteln effektiv kurierbar ist.

Der Schock vieler Eltern – Haarausfall bei Kindern

Die meisten Eltern denken, dass Haarausfall nur Erwachsene über zwanzig Jahren treffen kann. Und dann sind es vor allem die Männer, die sich aufgrund des hohen Testosteronspiegels mit einer Glatze anfreunden müssen. Frauen sind meist erst nach den Wechseljahren betroffen oder bei relativ seltenen Hormonschwankungen.

Die zweite Assoziation, die Eltern häufig überfällt, ist Krebs. Ja, Krebspatienten verlieren überwiegend ihre Haare, jedoch nicht einfach so. Der Grund für die Abstoßung der gesamten Körperbehaarung ist die Chemotherapie. Wenn es also nicht gerade ein Reaktorunglück gegeben hat, wobei das ganze Land drastisch verstrahlt wurde, kann auch dieser Angst eine Absage erteilt werden.

Die viel nahe liegenderen Ursachen für den Haarausfall sind:
  • Traktionshaarausfall
  • Alopecia areata
  • Tinea capitis
  • Der Traktionshaarausfall

Der Traktionshaarausfall lässt sich auf mechanische Einflüsse zurückführen. Häufig wird dieser Haarausfall schon im Säuglingsalter beobachtet. Das Baby reibt den Hinterkopf über das Bettlaken und rasiert sich dabei die Haare förmlich ab. Da es sich um keine Verletzungen handelt, da das Haar ja totes Horngewebe ist, wird beim Traktionshaarausfall keinerlei Behandlung notwendig. Sobald das Baby stark genug ist, sein Köpfchen selbst zu halten, verschwinden die kahlen Stellen wieder und ein gesundes Haupthaar wächst nach.

Jedoch kann der Traktionshaarausfall auch bei älteren Kindern noch auftreten. Besonders bei langen Haaren werden mit Haargummi oder Bürste schnell die empfindlichen Wurzeln verletzt. Dann entstehen die typischen kahlen Stellen an Stirn oder Hinterkopf. Doch auch diese wachsen mit etwas Geduld wieder nach.
Immer häufiger werden zudem Schäden durch Färbemittel verursacht, die dann zum diffusen oder gänzlichen Haarausfall führen. Die aggressiven Substanzen sind für die noch empfindlicheren Follikel nicht geeignet.

Richtig kritisch wird die Situation erst, wenn sich die Eltern sicher sind, ganz vorsichtig mit den Haaren umzugehen und es immer neue Herde gibt. Treten diese dann auch noch an der Seite auf, wo eigentlich keine Zugkraft auf den Haaren liegt, besteht durchaus Grund zur Sorge. Denn dies könnte darauf hindeuten, dass sich das Kind selbst die Haare herauszieht.
Dies klingt nicht nur nach einem massiven psychischen Problem, sondern ist es auch. Diese kindlichen Zwangsneurosen werden genauso wie Depressionen, Bulimie und Burn-out Syndrome immer häufiger. Besonders mit Beginn der Schulzeit steigt das Stresslevel vieler Kinder durch eine neue Umgebung, Mobbing, Unterricht und vieles mehr sprunghaft an. Dazu fordern viele Eltern zu viel, da sie ihre Kinder bestmöglich fördern möchten. Wenn jeder Nachmittag mit Vereinssport, Klavier- oder Sprachenlernen verplant ist, hat das sechs- bis siebenjährige Kind keine Zeit mehr, wirklich Kind zu sein.
Spätestens, wenn sich Symptome wie der Traktionshaarausfall zeigen, ist dies ein unmissverständliches Signal an die Eltern, einen Gang zurück zu schalten und nach Möglichkeit einen Psychotherapeuten aufzusuchen.

Haarausfall bei Kindern
Cortisonbehandlungen bei Haarausfal sind nicht ratsam / Bild: Pixabay.com/de – alesvelich0

Alopecia areata

Alopecia areata ist durch kreisrunde, scharf abgegrenzte Areale auf der gesamten Kopfhaut charakterisiert. Dieser Haarausfall bei Kindern kommt recht häufig vor. Das Gute: er ist komplett harmlos. Eine Behandlung ist definitiv nicht notwendig, denn die kahlen Stellen verschwinden wieder von ganz alleine.

Im Gegenteil:
Die manchmal von Ärzten empfohlene Behandlung mit Cortison belastet den jungen Organismus stark und schadet mehr als er nutzt.

Das theoretische Problem an dieser Form des Haarausfalls ist, dass bisher niemand hundertprozentig die Ursachen erkannt hat. Daher kann auch keine genaue Prognose gegeben werden, ob sich der Haarausfall erneut zeigen wird. Es wird vermutet, dass Kinder mit diesen Symptomen ein Trauma erlebt haben, wodurch anschließend eine Autoimmunerkrankung entsteht. Dabei werden die Haarwurzeln zerstört und die typischen Symptome entstehen.

Haarausfall bei Kindern
Achten Sie auf eine vitamreiche Ernährung / Bild: Pixabay.com/de – LubosHouska

Die Therapie

Als Therapie bei Alopecia areata kommt vor allem die nachhaltige Stärkung des Immunsystems in Frage. Eine ausreichende Vitamin- und Mineralstoffversorgung sollte durch frische Nahrungsmittel gewährleistet sein. Nahrungsergänzungsmittel sind für Kinder (und eigentlich auch für Erwachsene) die falsche Wahl. Es sei denn, es besteht ein übermäßiger Nährstoffbedarf aufgrund einer Erkrankung wie z.B. Diabetes. Normalerweise werden alle Mikro- und Makrovitalstoffe durch einen gesunden Speiseplan aufgenommen.
Am besten lernt das Kind so früh wie möglich, Obst und Gemüse roh zu essen. Denn die Ernährungsweise während der Kindheit prägt auch die Lebensführung im Erwachsenenalter. Je später Kinder Süßigkeiten und künstliche Produkte kennenlernen, desto besser. Denn, wenn sich der Geschmackssinn erst einmal an die artifiziellen Aromen gewöhnt hat, missachtet er den natürlichen Geschmack. Glücklicherweise gilt dies auch andersherum. Neben der Ernährung ist genügend Aufmerksamkeit und das Lösen von Problem elementar, um das Immunsystem zu stärken. Auch eine angeschlagene Psyche kann nachgewiesener Weise zu Haarausfall bei Kindern führen.

Zusätzlich empfiehlt es sich, die Kopfhaut mit unterschiedlichen ätherischen Ölen zu massieren. Dieses stärkt zum einen die Eltern-Kind Beziehung und versorgt die Kopfhaut und Haarfollikel mit Feuchtigkeit und wertvollen sekundären Pflanzenstoffen.

Als Grundsubstanz dient idealerweise Jojobaöl oder kaltgepresstes Traubenkernöl. Dieses wird mit
Zedernholz-, Thymian-, oder Lavendelöl verfeinert. Insbesondere das Lavendelöl hat zudem eine beruhigende Wirkung und kann bei Sorgen und Ängsten sowie Einschlafproblemen zusätzlich helfen.

Haarausfall bei Kindern
Lavendel hat eine beruhigende Wirkung / Bild: Pixabay.com/de – Adventures

Tinea capitis

Diese Form von Haarausfall bei Kindern wird durch eine Pilzinfektionen der Kopfhaut (daher capitis) hervorgerufen. Der Pilz kann ganz leicht in Kindergärten oder öffentlichen Verkehrsmitteln von Kopf zu Kopf übertragen werden und breitet sich dann aus. Er ist im Grunde harmlos und leicht zu behandeln.

Die Therapie

Bei einer Pilzinfektion kommt es vor allem darauf an, die Sporen nicht weiter zu verbreiten und andere Familienmitglieder nicht anzustecken. Daher sollten stets separate Handtücher, Kämme und Co. für das erkrankte Kind verwendet werden. Damit die Sporen oder das Myzel durch die Reinigung absterben, ist die Kochwäsche notwendig. Alternativ können alle Dinge, die mit dem Kopf des Kindes Kontakt hatten, auch über mindestens 48 Stunden bei -25°C in die Gefriertruhe. Dies entspricht einer hohen Erhitzung. Damit der Pilz effektiv bekämpft wird, müssen Kleidung und Bettwäsche möglichst häufig gekocht werden, denn nur dann verschwinden irgendwann wirklich alle Sporen.

Zusätzlich sollte die Kopfhaut des Kindes immer mit feuchtigkeitsspendendem und gleichzeitig antimykotischem Öl behandelt werden.
Dafür dient Jojobaöl als Trägermaterial, welches mit wenigen Tropfen weiterer ätherischer Öle verfeinert wird.

Besonders gut gegen Pilzerkrankungen und Haarausfall helfen:
  • Lavendel-,
  • Patchouli-,
  • Teebaum-,
  • Oregano-,
  • Myrten- sowie
  • Zitronengrasöl.

Oft nicht so schlimm wie gedacht

Haarausfall bei Kindern ist häufig nicht so schlimm wie es im ersten Moment erscheint und Eltern sollten erst einmal die Nerven behalten und nicht gleich zur chemischen Keule greifen. Kinder reagieren häufig viel besser auf naturheilkundliche Mittel als Erwachsene. Der Körper lernt über die Jahrzehnte viele verschiedene Medikamente, Antibiotika und Co. kennen. Damit bilden sich immer mehr Resistenzen bzw. verminderte Immunreaktionen auf die Medikamente. Kinder sind noch nicht belastet, sodass auch mildere Therapieformen wirkungsvoll sind.

Titelbild: Pixabay.com/de – dingnguyenungdung0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.