Hustenreiz stillen – schnelle Hilfe und Behandlung

Trockener Husten ist unangenehm und macht Betroffenen das Leben schwer. Vor allem der ständige Hustenreiz, der tagsüber wie auch nachts immer wieder zu Hustenanfällen führt, ist auf Dauer sehr anstrengend für den Körper. Die ständigen Unterbrechungen des Nachtschlafes, sorgen zudem für ein starkes Erschöpfungsgefühl und durch den unproduktiven Husten wird die ohnehin schon wunde Rachenschleimhaut immer wieder aufs Neue gereizt – ein Teufelskreis.

Hustenreiz ist jedoch nur Symptom einer Erkrankung und stellt keine eigenständige Krankheit dar. Um ihn loszuwerden, gilt es die zugrundeliegende Erkrankung zu behandeln. In einigen Fällen können Arzneimittel helfen, die den Hustenreiz stillen. Sie sorgen dafür, dass der Körper die nötige Ruhe und der Rachen eine Verschnaufpause bekommt. Für diesen Zweck gibt es sowohl frei erhältliche als auch verschreibungspflichtige Medikamente. Wer nicht sofort zu einem Arzneimittel greifen möchte oder nicht die Möglichkeit hat, einen Arzt oder Apotheker aufzusuchen, der kann die folgenden Tipps zur schnellen Linderung befolgen. Diese Hausmittel kommen meist ohne Chemie aus und sind gut verträglich.

Diese altbewährten Hausmittel lindern den Hustenreiz

Tritt der Hustenreiz im Rahmen einer Erkältung auf, ist es wichtig, auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (mindestens zwei Liter täglich) und eine hohe Luftfeuchtigkeit der Räumlichkeiten zu achten. Beides sorgt dafür, dass die Rachenschleimhaut nicht austrocknet und es seltener zu dem quälenden Hustenreiz kommt. Die Luftfeuchtigkeit lässt sich durch regelmäßiges Lüften verbessern. Aber auch eine auf die Heizung gestellte Schüssel mit Wasser oder ein feuchtes Handtuch über der Heizung, kann die Luftfeuchtigkeit erhöhen. Bei der Flüssigkeitszufuhr ist darauf zu achten, lieber regelmäßig kleine Schlucke zu trinken als gelegentlich größere Mengen Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Neben diesen Grundvoraussetzungen gibt es noch viele weitere Hausmittel, die sich teilweise schon seit Jahrhunderten bei der Linderung von Hustenreiz bewährt haben. Sie können ganz einfach selbst hergestellt beziehungsweise durchgeführt werden.

Hierzu gehört beispielsweise:

  • Zwiebelsirup: Eine Zwiebel schälen und in grobe Stücke schneiden. Diese mit etwas Honig beträufeln oder mit (Kandis-)Zucker bestreuen und mindestens eine Stunde lang ziehen lassen. Alternativ die Zwiebel mit dem Zucker auf kleiner Flamme einmal aufkochen und dann abkühlen lassen. Von dem Sud dreimal täglich (morgens, mittags, abends) einen Esslöffel einnehmen.
  • Rettichsaft: Einen Rettich aushöhlen und Honig hinein füllen, etwa drei Stunden ziehen lassen. Anschließend über einer Schüssel austropfen lassen und von diesem Saft zweimal täglich ein Gläschen voll trinken. Die ätherischen Öle und Schwefelöle des Rettichs wirken beruhigend und desinfizierend.
  • Hustentee: Neben den im Handel erhältlichen Hustentees lässt sich auch selbst ein wirksamer Tee mischen. Besonders wirksam gegen Reizhusten sind Aniskörner, Fenchel, Eibisch, Hibiskuswurzeln, Huflattich, Majoran, Malvenblätter oder -blüten, Spitzwegerich und Süßholz. Die Zubereitung ist denkbar einfach: Zum Beispiel einfach 4 Teelöffel getrocknete Malvenblüten in 0,5 Liter kaltes Wasser geben und über Nacht durchziehen lassen. Am folgenden Tag das Wasser erwärmen und als Tee trinken. Oder einfach 1-2 Teelöffel getrocknete Huflattichblätter mit etwas heißem Wasser übergießen und fünf Minuten ziehen lassen. Dann abseihen und den Tee trinken – am besten mehrmals täglich eine Tasse.
  • Heiße Milch mit Honig: Milch bei ständigem Rühren erhitzen und dann etwas Honig einrühren. Die Honigmilch möglichst warm trinken, sie beruhigt die gereizten Schleimhäute im Rachen und lindert so den Hustenreiz.
  • Hustenbonbons: Das Lutschen von Bonbons fördert die Speichelbildung und hält so die Rachenschleimhaut feucht. Spezielle Hustenbonbons enthalten ätherische Öle wie Eukalyptus, Fenchel, Menthol oder Salbei, die eine desinfizierende und/oder krampflösende Wirkung haben.
  • Inhalieren: Um die trockenen Schleimhäute und Atemwege zu befeuchten, kann eine einfache Kochsalzlösung verwendet werden. Sie löst festsitzendes Sekret und kann den trockenen Reizhusten in einen produktiven Husten (mit Auswurf) umwandeln. Ebenfalls geeignet sind spezielle Zusätze wie Kamille, Salbei oder Thymian. Wichtig ist, dass heißes Wasser zum Inhalieren verwendet wird. Experten zufolge sollte die Inhalation alle drei Stunden wiederholt werden.
  • Vollbäder: Ist der allgemeine Gesundheitszustand gut und der Kreislauf stabil, können auch Vollbäder mit entsprechenden Zusätzen und ätherischen Ölen helfen. Besonders geeignet sind Menthol- und Eukalyptusöle, die in 37 °C warmes Badewasser gegeben werden. Ein etwa 15-minütiges Bad befeuchtet die Atemwege und sorgt außerdem für wohltuende Entspannung des ganzen Körpers.
  • Kartoffelwickel: Etwa vier bis sechs Kartoffeln zu Pellkartoffeln kochen und etwas abkühlen lassen, aber noch warm zerdrücken. Die Kartoffelmasse in ein Tuch geben und dieses vorsichtig um die Brust wickeln. Den Wickel so lange tragen, bis die Kartoffeln abgekühlt sind. Alternativ: Statt der Kartoffeln Quark in ein Leinentuch geben und mit einer Wärmflasche erwärmen. Dann auf die Brust legen, von wo aus der Quarkwickel den Hustenreiz lindern soll.
Hustentee bei Reizhusten
Tee als gesunde Alternative zu Medikamenten / Bild: Pixabay.com/de – andergrin

Natürliche Helfer: Pflanzliche Mittel gegen Hustenreiz

Ebenfalls ohne Nebenwirkungen sind rein pflanzliche Mittel, die in der Regel ohne Rezept erhältlich sind. In vielen Fällen reicht ihre hustenlindernde Wirkung schon aus, insbesondere wenn der Hustenreiz erkältungsbedingt ist. Bewährt haben sich beispielsweise Isländisch Moos-Pastillen, die Zuckerstoffe enthalten, die sich wie eine beruhigende Schutzschicht über die gereizten Schleimhäute legt. Das Lutschen der Pastillen im Mund regt zudem die Speichelproduktion an und befeuchtet den Hals. Beides verringert den Hustenreiz. Auch andere pflanzliche Substanzen wie beispielsweise Sonnentau oder Efeu-Extrakt blockieren den Hustenreiz und verschaffen dem Betroffenen etwas Ruhe. Sie sind als Saft oder in Zäpfchenform erhältlich.

Letztes Mittel: Rezeptpflichtige Medikamente

Es gibt auch verschreibungspflichtige Medikamente, die den Hustenreiz stillen. Sie wirken auf unterschiedliche Weise. Manche hemmen die Hustenrezeptoren in den Bronchien, andere unterdrücken die Weiterleitung des Hustenreizes und wieder andere dämpfen das Hustenzentrum selbst.

Diese, als Antitussiva bezeichneten Arzneimittel, enthalten meistens die Wirkstoffe Codein, Dihydrocodein oder Noscapin.

Da es sich hierbei um Opiate handelt, sollten die Präparate nie in Selbstmedikation zum Einsatz kommen, sondern immer nur auf Anraten des Arztes verwendet werden. Die Wirkstoffe können abhängig machen und dürfen deshalb nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Außerdem können sie schwerwiegende Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten verursachen, sodass eine Rücksprache mit dem Hausarzt hier unerlässlich ist.

Hustenstiller bei Reizhusten
Hustenstiller immer abends einnehmen / Bild: Pixabay.com/de – frolicsomepl

Gut zu wissen

Der Hustenreiz selbst ist ein wichtiger Schutzreflex des Körpers. Er sorgt dafür, die Atemwege frei zu halten und mögliche Fremdkörper oder Schleim möglichst schnell aus diesen herauszustoßen. Bei einer Erkältung kommt es meistens zu einer vermehrten Schleimbildung und in der Folge zu einem stärkeren Hustenreiz. In diesem Fall dient das Husten dazu, den Schleim aus dem Körper zu entfernen, deshalb nennt man ihn auch produktiven Husten.

Experten empfehlen zudem, bei Hustenreiz zunächst natürliche Hustenstiller auszuprobieren und erst wenn diese keine Wirkung zeigen, zu pharmazeutischen Mitteln zu greifen. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass Hustenstiller niemals zeitgleich mit Hustenlösern eingenommen werden. Die gleichzeitige Einnahme blockiert die jeweilige Wirkung des anderen Mittels. Dies kann dazu führen, dass der gelöste Schleim nicht abgehustet werden kann. In der Folge kann es zu einem Sekretstau kommen, der Entzündungen verursachen oder im schlimmsten Fall zum Ersticken führen kann. Daher ist zu empfehlen, Hustenlöser morgens einzunehmen, um das Abhusten des Schleims tagsüber zu erleichtern. Hustenstiller sind dagegen in erster Linie abends einzunehmen, um dem Körper die dringend benötigte Nachtruhe zu ermöglichen. Durch diese kann er neue Kraft schöpfen und die zugrundeliegende Erkrankung effektiver bekämpfen.

Grundsätzlich gilt: Wenn sich der Hustenreiz auch nach der Anwendung der genannten Mittel verschlimmert oder sich nicht bessert, ist spätestens nach 10 Tagen dringend anzuraten, einen Arzt aufzusuchen! Wenn weitere Symptome wie beispielsweise Fieber dazukommen, ist es ratsam, möglichst bald zum Arzt zu gehen.

Kurz zusammengefasst:
  • Bei Hustenreiz helfen oft altbewährte Hausmittel, die keine Nebenwirkungen haben und gut verträglich sind.
  • Auch Arzneimittel auf pflanzlicher Basis können Hustenreiz lindern.
  • Wenn diese nicht helfen, können rezeptpflichtige Wirkstoffe wie Codein zum Einsatz kommen.
  • Verschreibungspflichtige Medikamente sind immer nur unter ärztlicher Aufsicht einzunehmen.
  • Bei länger anhaltendem Hustenreiz unbedingt zur weiteren Abklärung einen Arzt konsultieren.

Titelbild: Pixabay.com/de – bykst

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