Metallischer Geschmack im Mund – was tun ?

Der Mund, oder besser gesagt die Zunge verfügt über mehr als 10.000 Geschmacksknospen. Somit nimmt sie die verschiedensten Geschmäcker wahr und ist ein äußerst facettenreiches Organ des menschlichen Körpers. Diverse Erkrankungen können allerdings dazu führen, dass der Geschmackssinn beeinträchtigt wird oder sogar ganz verloren geht. Mediziner sprechen bei einer wahrnehmbaren Veränderung des Geschmackssinns von einer Dysgeuise. Diese äußert sich unter anderem dadurch, dass ein permanenter, oder nur bei bestimmten Lebensmitteln auftretender, metallischer Geschmack im Mund auftritt. In solch einem Fall sollte immer ein Arzt aufgesucht werden.

Die Ursachen für einen metallischen Geschmack im Mund.

Natürlich hat ein metallischer Geschmack nicht zwingend eine Erkrankung als Ursache. Empfindungen der Zunge, wie süß, bitter, sauer oder salzig werden an das Gehirn übertragen und dort interpretiert. Im Alter können sich jedoch die Anzahl der Geschmacksknospen und die Anzahl der Sinneszellen in der Nase verringern. Darüber hinaus können auch Umweltfaktoren sowie gesundheitliche Bedingungen die Geschmacks- und Geruchswahrnehmung stark beeinträchtigen. Es gibt also unzählige Ursachen für einen metallischen Geschmack im Mund.

Zigarette
Rauchen verursacht eine Geschmacksveränderung

Umweltfaktoren als Ursache

Zum einen gibt es einige Voraussetzungen, die ursächlich für eine Geschmacksveränderung sein können:
Das Altern, Rauchen, Mundtrockenheit und das Atmen durch den offenen Mund.

Zum anderen können auch bestimmte Lebensmittel zu einem metallischen Geschmack im Mund führen. Dazu gehören beispielsweise Pinienkerne. Ihr etwas bitterer Geschmack kann vom Gehirn auch als metallisch interpretiert und wahrgenommen werden.

Eine besondere Beachtung gilt bestimmten Fischen, die Plankton fressen. Dazu gehören Knochenfische, Heringe und Sardinen. Sie können eine clupeotoxin Vergiftung hervorrufen, die einen metallischen Geschmack verursacht und umgehend behandelt werden muss, da sie lebensgefährlich ist.

Gesundheitliche Faktoren als Ursache

Es gibt diverse Medikamente, die den Geschmacksinn stark verändern und zu einem metallischen Geschmack im Mund führen können. Dazu gehören verschiedene Antibiotika Präparate, Medikamente, die bei der Behandlung der Alzheimer Krankheit eingesetzt werden (sogenannte Acetylcholin Esterase Hemmer), Tuberkulose Medikamente (beispielsweise Rifampicin), Chemotherapeutika, Bronchodilatatoren (beispielsweise Proventil), Antidepressiva (beispielsweise Lithium), Medikamente gegen Funktionsstörungen der Schilddrüse und Medikamente, die bei der Behandlung von Herzinsuffizienz und zu hohem Blutdruck eingesetzt werden.

Eine Verletzung oder ein Trauma im Mund oder an der Zunge kann die Geschmackswahrnehmung ebenfalls beeinflussen. Dazu gehören ein Brennen der Zunge bei zu heißen Speisen, Bisswunden im Mund oder an der Zunge, andere Verletzungen des Mundes oder der Nase sowie Vergiftungen.

Besonderer Beachtung gelten Erkrankungen als Ursache für den metallischen Geschmack im Mund.

Dazu gehören:
Infektiöse Erkrangungen wie beispielsweise Erkältungen, grippale Infekte, Schnupfen, Entzündungen der Speicheldrüsen, Mandelentzündungen, Entzündungen im Hals und Rachenbereich sowie weitere Virusinfektionen.

Aber auch andere Erkrankungen wie Allergien, Entzündungen der Zunge, Nasenpolypen, Nährstoffmangel, Zahnfleischentzündungen, Autoimmunerkrankungen und sogar neurologische Erkrankungen und Hirnschäden können zu einem metallischen Geschmack im Mund führen.

Ein weiterer Faktor ist die hormonelle Schwankung während einer Schwangerschaft. Östrogen, sowie einige pränatale Vitamine können das Geschmacksempfinden positiv, aber auch negativ beeinflussen und somit zu einem metallischen Geschmack im Mund führen.

Fliegenpilz
Vergiftungen können für einen metallischen Geschmack verantwortlich sein

Epitheliale, zentralvenöse oder nervale Geschmacksstörung?

In der Medizin werden Geschmacksstörungen in drei Gruppen unterteilt. Man spricht von einer epithelialen, einer zentralvenösen oder nervalen Ursache. Natürlich kann eine solche Störung auch angeboren sein. Dies lässt sich bei einem metallischen Geschmack im Mund allerdings ausschließen, da dieser akut auftritt.

Wird von einer epithelialen Ursache gesprochen, so sind damit Schädigungen der Geschmacksknospen gemeint. Sie sind der weit verbreitetste Grund für metallischen Geschmack im Mund und lassen sich meist auf Infektionskrankheiten, Medikamente, mangelnde Mundhygiene oder eine Strahlentherapie zurückführen.

Wird von zentralvenösen Ursachen gesprochen, sind damit Verletzungen des Hirnstamms gemeint. Das kann durch Vergiftungen oder Erkrankungen wie der Alzheimer Krankheit und Epilepsie hervorgerufen werden und ist äußerst selten.

Wird von nervalen Ursachen gesprochen, so sind Schädigungen der Hirnnerven damit gemeint. In der Regel werden diese durch Traumata, Entzündungen oder Tumore hervorgerufen. Auch das ist äußerst selten.

Bei metallischem Geschmack im Mund sollte ein Arzt konsultiert werden

Wenn man eine derartige Geschmacksveränderung wahrnimmt, sollte man diese generell von einem Arzt abklären lassen. Nur durch eine gründliche Untersuchung des Rachen- und Mundraums und unterschiedlicher Geschmackstests lässt sich die genaue Ursache ermitteln. Je nach Diagnose erfolgen weitere Untersuchungen und die erforderliche Behandlung.

Was kann gegen einen metallischen Geschmack im Mund helfen?

Da eine solche Geschmacksstörung auf sehr viele Ursachen zurückgeführt werden kann, ist es unmöglich ein allgemeingültiges Heilmittel zu nennen. Ein Arzt kann je nach Ursache eine entsprechende Therapie zur Heilung einleiten. Dies könnte beispielsweise eine Änderung der medikamentösen Behandlung sein oder die Verordnung zu einer benötigten Behandlung beim Zahnarzt. Die Therapien sind ebenso vielfältig, wie die Ursachen selbst.

Wenn keine Erkrankung dem metallischen Geschmack im Mund zugrunde liegt, ist er wahrscheinlich auf die Mundhygiene oder umweltliche Einflüsse zurückzuführen. Es gibt diverse Hausmittel, welche sich dazu eigenen, den Mundraum ausgiebig zu reinigen. Dies sollte aber erst durchgeführt werden, wenn eine Erkrankung als Ursache definitiv ausgeschlossen wurde!

Tomaten
Tomaten regen die Speichelproduktion an

Hausmittel zur Reinigung des Mundraums

Man sollte auf eine gute Mundhygiene achten und die Zähne zwei bis drei Mal täglich putzen. Man sollte dabei auch die Zunge reinigen, da dies den metallischen Geschmack neutralisieren kann. Des Weiteren hilft es auch, viel Wasser oder Fruchtsäfte zu trinken. Dies hilft gut gegen eine Mundtrockenheit, die ebenfalls Ursache für den metallischen Geschmack sein kann. Verschiedene Gemüsesorten und Obst wie beispielsweise Zitrusfrüchte oder Tomaten regen die Produktion von Speichel an, der den unangenehmen Geschmack von der Zunge waschen kann.

Eine Salzwasserlösung zum Spülen und gurgeln kann sich ebenfalls positiv auf die Geschmackswahrnehmung auswirken. Zum einen neutralisiert sie den Geschmack und zum anderen wirkt sie antibakteriell. Auch das Kauen einiger Gewürze wie Nelken, frischer Ingwer oder Kardamom können einen metallischen Geschmack schnell und effektiv beseitigen.

Metallischer Geschmack im Mund – Ursache bestimmt die Behandlung

Die eben aufgeführten Hausmittel ersetzen in keinem Fall einen Arztbesuch. Die Ursachen für einen metallischen Geschmack im Mund sind vielfältig und sollten unbedingt abgeklärt werden, bevor man eine Eigenbehandlung durchführt. In den wenigsten Fällen sind ernsthafte Erkrankungen die Ursache, jedoch sind sie möglich. Geschmacksveränderung denen keine Krankheit voraus geht, lassen sich ganz einfach durch eine gute Mundhygiene oder einfache Hausmittel beheben. Nichtsdestotrotz ist es immer ratsam, die Ursache medizinisch abklären zu lassen.

Bilder: Pixabay.com/de

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