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Zahnfleischentzündung: Schnelle Hilfe & richtige Behandlung

Eine Zahnfleischentzündung, medizinisch Gingivitis genannt, tritt meist in Verbindung mit Bakterien in der Mundhöhle auf. Eine mangelnde Mundhygiene ist die Hauptursache, weshalb sich Keime im Mundraum ausbreiten und dem Zahnfleisch schaden können.

Zahnfleischbluten nach dem Zähneputzen wird oft nicht ernst genommen, kann aber eine Ursache für eine Zahnfleischentzündung sein, die oftmals nicht weh tut und deshalb unentdeckt bleibt. Dennoch ist sie nicht harmlos. Ohne die richtige Behandlung kann aus einer Entzündung Parodontitis entstehen, die auf den Zahnhals übergreift. Im schlimmsten Fall können sich die Zähne sogar lockern und schließlich ausfallen.

Doch soweit muss es nicht kommen. Wenn du dich rechtzeitig um eine ausreichende Mundhygiene kümmerst, kann das Schlimmste vermieden werden. Ist das Zahnfleisch auch noch nach einer Woche entzündet, sollte ein Zahnarzt aufgesucht werden. Generell sollte die regelmäßige Kontrolle und eine professionelle Zahnreinigung pro Jahr zum Pflichtprogramm gehören.

Ursachen einer Zahnfleischentzündung

Mangelnde Mundgfhygiene

Etwa 300 verschiedene Bakterien leben in der Mundhöhle eines Menschen. Diese bilden die Mundflora und stellen im Normalfall keine Gefahr dar. Wer jedoch seine Zähne nicht regelmäßig putzt, sorgt dafür, dass sich die Keime vermehren, die sich vor allem in Nahrungsresten zwischen den Zähnen befinden. Werden sie nicht entfernt, so bildet sich Plaque.

Hierin vermehren sich die Keime noch schneller und geben zusätzlich Giftstoffe, Säure und aggressive Stoffwechselprodukte ab, die ins Zahnfleisch gelangen. Plaque bietet außerdem den perfekten Nährboden für Karies. Hier gilt besondere Vorsicht bei der Reinigung.

Mit der Verwendung von Zahnseide können die Bakterien aus dem Zahnbelag ins Zahnfleisch gelangen. Hierauf reagiert der Körper schließlich mit einer Entzündung.

Plaque lässt sich einfach mit der Bürste abputzen. Bei unzureichender Mundhygiene lagern sich Mineralstoffe aus dem Speichel auf dem Zahnbelag ab. So wird aus Zahnbelag plötzlich Zahnstein. Dieser muss professionell vom Zahnarzt entfernt werden.

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Risikopatienten

Nicht immer führt eine mangelnde Mundhygiene zwangsläufig zu Zahnfleischentzündung. Bei manchen Menschen führt Plaque zu keinen Beschwerden, während andere schon bei leichter Plaquebildung eine Entzündung bekommen.

Im Folgenden eine Liste mit Faktoren, welche die Wahrscheinlichkeit des Eintritts einer Zahnfleischentzündung erhöhen:

Symptome – So erkennst du eine Zahnfleischentzündung

Gesundes Zahnfleisch erkennt man an seiner blass-rosa Farbe. Ist es entzündet, so ist es meist gerötet und angeschwollen. Zudem fängt es beim Zähneputzen oder beim Essen an zu bluten. Manchmal blutet es auch schon bei einer leichten Berührung.

ACHTUNG: Ebenso kann die falsche Zahnputztechnik zu Blutungen führen, indem mit zu festem Druck geputzt wird.
Bei Rauchern hingegen kann dieses Warnsignal vollkommen ausbleiben, da durch den Zigarettenrauch die Mundschleimhaut schlechter als bei Nichtrauchern durchblutet wird. Folglich wird eine Zahnfleischentzündung in diesem Fall auch oft nicht erkannt.

Wird die Gingivitis lange nicht erkannt, so kommt es häufig zu einer Rückbildung des Zahnfleisches. Da hier die Zahnhälse frei liegen, erscheinen die Zähne länger. Die Rötung des Zahnfleisches hingegen, kann bei längerem Krankheitsverlauf zurückgehen.

Da eine Zahnfleischentzündung schwer zu erkennen ist, da sie meist keine Schmerzen verursacht, wird sie in vielen Fällen zu spät erkannt. Ist sie chronisch können Zahnschmerzen auftreten. Auch starker Mundgeruch gehört zu Begleitsymptomen einer Zahnfleischentzündung.

Folgende Zeichen treten bei einer schweren Gingivitis auf:
  • Eiterbildung: Der Eiter bildet sich unter dem Zahnfleisch und tritt bei Druck hervor.
  • Anschwellen der umliegenden Lymphknoten
  • Entzündung der Mundschleimhaut (Gingivostomatitis)

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Diagnose

Wenn sich die Symptome einer Zahnfleischentzündung nach einer Woche immer noch nicht eingestellt haben, solltest du einen Zahnarzt aufsuchen. Nach gründlicher Untersuchung des Zahnfleisches und der Zähne kann er schnell erkennen, ob es sich wirklich um eine Zahnfleischentzündung handelt und entsprechende Maßnahmen ergreifen.

Mit einer Sonde misst der Arzt, die Tiefe des Spaltes zwischen Zahn und Zahnfleisch. Dieser sollte nicht tiefer sein als 2-3 Millimeter. Je weiter die Sonde kommt, desto größer sind die Zahnfleischtaschen. Dies kann auch ein Hinweis auf Parodontitis sein. Die Untersuchung ist schmerzfrei und zählt auch bei gesetzlich Versicherten Patienten zur Vorsorge.

Sinnvoll können des Weiteren ergänzende Untersuchungen sein wie etwa Röntgenuntersuchungen des Kiefers. Auch ein Speicheltest gibt oftmals Aufschluss darüber, ob der Fluss und die Zusammensetzung des Speichels eine Zahnfleischentzündung begünstigen.

Wichtig ist vor allem eine regelmäßige Kontrolluntersuchung. Diese sollte mindestens zweimal im Jahr stattfinden. Die Nachsorgephase einer Parodontitisbehandlung verlangt etwa vier bis sechs Zahnarztbesuche pro Jahr. Wie bereits erwähnt sollte auch eine professionelle Zahnreinigung jährlich wiederholt werden. Diese kann mit einem Kontrolltermin verbunden werden.

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Therapie

Mit regelmäßiger, gründlicher Mundhygiene, ist eine Zahnfleischentzündung meist wieder gut in den Griff zu bekommen. Zähneputzen solltest du mindestens zweimal pro Tag, jeweils ca. drei Minuten lang. Am besten erst 30 Minuten nach der letzten Mahlzeit. So werden die Beläge optimal bekämpft und die Bakterien können sich nicht so stark ausbreiten.

Um die Zähne besonders gründlich zu reinigen und keine Stelle auszulassen, eignet sich die KAI-Putztechnik:
  • K wie Kaufläche: Putze zunächst die obere Kaufläche mit wenig Druck um den Zahnschmelz nicht zu schädigen. Dies wiederholst du im Anschluss mit der unteren Kauleiste.
  • A wie Aussenflächen: Stelle deine Zähne aufeinander und beginne an der Außenseite des letzten rechten Backenzahns mit kleinen kreisenden Bewegungen bis zur Mitte hin zu putzen. Im Anschluss drehst du die Zahnbürste und putzt ebenso die linke Seite der Aussenflächen bis zum letzten Zahn.
  • I wie Innenflächen: Beginne beim letzten Backenzahn oben rechts und putze jeden Zahn vom Zahnfleisch hin zum Zahn, von oben nach unten. Im Anschluss wiederholst du den Vorgang mit der unteren Innenfläche.

Doch neben den Zahnflächen müssen auch die Zahnzwischenräume täglich gesäubert werden um einer Zahnfleischentzündung vorzubeugen. Hierfür eignet sich vor allem Zahnseide. Bei größeren Zwischenräumen können auch Zahnzwischenraumbürstchen verwendet werden. Anstatt der feinen Zahnseide eignet sich auch Zahnband, dass vor allem Verletzungen vorbeugt und auch mit Minzgeschmack zu bekommen ist. Dein Zahnarzt kann dir Tipps zur richtigen Verwendung geben.

Empfehlenswert sind auch Zungenschaber. Viele Bakterien legen sich auf der Zunge ab und können so einfach entfernt werden. Unterstützend wirken Mundspülungen. Sie vermindern das Bakterien Wachstum, sollten allerdings nicht täglich verwendet werden, da sie bei dauerhaftem Gebrauch dem Zahnschmelz schaden können.

TIPP: Die Verwendung einer Zahnbürste mit abgerundeten Borsten schont Zähne und Zahnfleisch. Diese sollte zudem regelmäßig gewechselt werden. Spätestens wenn die Borsten verbogen sind, sollte eine neue Zahnbürste verwendet werden um den Zähnen und dem Zahnfleisch nicht zu Schaden und einer Zahnfleischentzündung vorzubeugen.

Bei der regelmäßigen Zahnkontrolle entfernt der Zahnarzt Zahnbeläge und Zahnstein. Vorher solltest du allerdings die Leistungen deiner Krankenkasse prüfen um unerwartete Kosten zu vermeiden. Eine regelmäßige, professionelle Zahnreinigung wird ebenso vom Zahnarzt empfohlen. Im Normalfall werden die Kosten hierfür nicht von gesetzlichen Krankenkassen getragen, jedoch gibts es mittlerweile viele Ausnahmen. Vergleichen lohnt sich.

Bei der professionellen Zahnreinigung reinigen ausgebildete Fachkräfte deine Zähne mit Handinstrumenten und speziellen Maschinen. Nach der gründlichen Reinigung werden die Zahnoberflächen glatt poliert und schließlich mit Fluorid versiegelt. Um den Effekt zu verstärken, darf nach der Reinigung 30 Minuten lang nicht gegessen oder geraucht werden. Lediglich Wasser darfst du trinken. So hält der Effekt länger an und Bakterien bilden sich nicht mehr so schnell an der Oberfläche.

TIPP: Um deine Zähne zu schonen solltest du darauf achten, weitestgehend auf zuckerhaltiges Essen oder Getränke zu verzichten. Das Kauen von zuckerfreiem Kaugummi regt die Speichelbildung an, sodass Nahrungsreste leichter weggespült werden und sich nicht auf den Zähnen absetzen. Auch Bakterien haben es dann umso schwerer sich im Mundraum auszubreiten.

Um den Zahnschmelz zu schönen sollte auf säurehaltige Lebensmittel verzichtet werden. Fruchtsaft oder Wein empfiehlt sich daher nicht. Putzt du kurz nach deren Verzehr deine Zähne, so greifst du den Zahnschmelz an. Von daher sollte auch hier erst eine halbe Stunde nach Verzehr geputzt werden.

Zum Schluss gilt als Tipp: Alles Was das Immunsystem stärkt, stärkt auch die Zähne: gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf und Stressabbau. Für alle Raucher empfiehlt sich, auch wenn es schwer ist, das Abgewöhnen.
Bildernachweis: Titelbild – Zahnfleischentzündung mit schmerzen Urheber: theerapoll / 123RF Standard-Bild
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