Bild Zahnfleisch

Zahnfleischrückgang – Ursache, Symptome & Behandlung

Das zurückgehende Zahnfleisch ist eine wirklich unangenehme und unschöne Sache. Wie es dazu kommt, welche Symptome man hier erwarten muss und die die Behandlung aussieht, all das wird hier betrachtet. Zahnfleischrückgang wird der Rückgang des Zahnfleisches in Richtung der Zahnwurzel bezeichnet. Das Zahnfleisch zieht sich dann mehr und mehr zurück und die Zahnhälse oder auch die Zahnwurzeln werden freigelegt. Der Mediziner nennt das dann “Zahnfleischrezession”.

Ursachen des Rückgangs des Zahnfleisches

Es kann unterschiedliche Ursachen haben, wenn sich das Zahnfleisch mehr und mehr zurückzieht. Mechanische Faktoren spielen beispielsweise eine wichtige Rolle. Wer zu viel Druck ausübt beim Zähneputzen, der schrubbt quasi sein Zahnfleisch regelrecht ab und wer sowieso von Natur aus ein eher dünnes Zahnfleisch hat, der gefährdet hier sein Zahnfleisch mechanisch. Ebenso gelten als Ursachen die Fehlstellungen von Zähnen. Auch das nächtliche Zähneknirschen kann tatsächlich einen Rückgang des Zahnfleisches begünstigen.

Die bekannte “Parodontitis” gilt als weitere wichtige Ursache für den Rückgang des Zahnfleisches. Hier wird durch eine Entzündung das Zahnbett zurückgehen. Die Parodontose ist quasi ein andauernder Entzündungsprozess, bei dem sich das Zahnfleisch immer mehr und mehr zurückbildet. Je älter wir werden, umso mehr bildet sich automatisch das Zahnfleisch zurück. Wer jedoch einen starken Zahnfleischrückgang bemerkt, der sollte den Zahnarzt vor Ort um Rat fragen.

Erschreckend ist die Tatsache, dass immer mehr Jugendliche einen Zahnfleischrückgang haben. Das liegt auch an den oft säurehaltigen Limonaden und der eher nährstoffarmen Ernährung heutzutage. Auch genetische Faktoren können den Rückgang des Zahnfleisches begünstigen.

Hier alle Ursachen für einen Zahnfleischrückgang im Überblick:
  • genetische Faktoren (von Natur aus ein dünnes Zahnfleisch)
  • mechanische Einflüsse
  • falsches Zähneputzen (aggressive Putztechnik, zu harte Zahnbürste)
  • Piercings, die zu nahe an einem Zahn angebracht sind
  • Zähneknirschen in der Nacht (“Bruxismus”)
  • Fehlstellung von Zähnen
  • Parodontitis (bakterielle Entzündung, die das Zahnfleisch auf Dauer zurückgehen lässt)

Bild Mundgeruch

Symptome bei Zahnfleischrückgang

Schon alleine optisch sieht ein Rückgang des Zahnfleisches nicht schön aus. Er ist dadurch zu erkennen, dass die Zähne dadurch länger optisch erscheinen. Aber der Rückgang des Zahnfleisches ist natürlich nicht nur aus ästhetischen Gründen schwierig für die Betroffenen. Die Zahnfleischrezession, wie der Zahnmediziner den Zahnfleischschwund nennt, ist ein häufiges Problem. Nicht nur das Zahnfleisch geht zurück, sondern es schreitet mit der Zeit auch fort und die Zahnhälse werden später sogar freigelegt.

Am fortgeschrittensten sind die Symptome, wenn die Wurzeln sogar freigelegt sind. Oft merkt der Patient erst, dass er hier ein größeres Problem hat, wenn die Zahnhälse bereits freiliegen. Eine der häufigsten Symptome ist die Schmerzempfindlichkeit. auch allgemeine Zahnfleischprobleme wie Bluten und Ziehen sind Symptome dieses Problems. Frühzeitig sollte man bei diesem Zahnfleischschwund die Kontrolltermine beim Zahnarzt einhalten und sich behandeln lassen.

Hier die wichtigsten Symptome, die bei Zahnfleischrückgang entstehen können:
  • Zahnfleischbluten (leicht bis mittel)
  • vor allem beim Zähneputzen Bluten oder Ziehen
  • geschwollenes Zahnfleisch
  • violette Verfärbung des Zahnfleisches (nicht rosa, wie bei gesundem Zahnfleisch)
  • empfindliches Zahnfleisch
  • leichte Schmerzen, vor allem bei Berührung
  • Mundgeruch

Vorerst verläuft meistens die Infektion im Mund ohne weitere Probleme und Symptome, doch dann treten an bestimmten Stellen die ersten Symptome auf und das sind die ersten wichtigen Warnsignale. Kleine rote Stellen am Zahnfleisch, Blut beim Ausspucken ins Waschbecken, auch beim Essen eines Apfels kann man sehen, dass Blut da ist und das als Signal erkennen, dass hier Probleme vorhanden sind.

Was sind die Symptome von Zahnfleischrückgang?

Eine Infektion im Mundbereich ist meistens am Anfang gar nicht zu erkennen. Der Betroffene erkennt die entzündeten Stellen nicht sofort. Dann gib es meist eher punktuell die ersten Probleme, hier sollte dann sofort gehandelt werden. Das Ausspucken von Blut beim Zähneputzen oder die roten Stellen am Zahnfleisch sind erste Warnungen, die man ernst nehmen sollte. Auch Schwellungen am Zahnfleisch können erste Hinweise sein, dass hier mit einem Zahnfleischrückgang zu rechnen ist.

Der Besuch beim Zahnarzt kann Weiteres klären und durch die Beseitigung der Ursachen kann ein weiter fortschreitender Zahnfleischschwund verhindert werden.
Wenn die Entzündung immer tiefer geht, dann kann sie das Zahnfleisch auflockern und die Probleme werden immer stärker. Dann ist vorprogrammiert, dass der Zahnfleischrückgang Probleme macht. Dadurch entstehen dann die Zahnfleischtaschen an den Zähnen, die eine Veränderung darstellen und durch die Keime leichter in die Tiefe des Zahnfleisches Richtung Wurzel hinein dringen können.

Im schlimmsten Fall befallen diese Bakterien dann die Kieferknochen und das Problem muss professionell vom Zahnmediziner behandelt werden. Ansonsten führt es zu einem enormen Zahnfleischschwund und die Zähne werden gelockert. Die Spätfolge ist der Verlust der Zähne.

Bild Zahnbürste

Behandlung bei Zahnfleischrückgang

Grundsätzlich ist eine regelmäßige und korrekte Zahnpflege die beste Vorbeugung für sämtliche Zahnfleischerkrankungen. Oftmals liegen die Ursachen, wie oben erwähnt, ja in der mangelnden und falschen Mundhygiene. Hier seien als Vorbeugung das tägliche morgendliche und abendliche Zähneputzen, die Zahnseidenreinigung der Zahnzwischenräume, die Reinigung der größeren Zahnzwischenräume mit Interdentalbürstchen, die Überprüfung der Zahnputztechnik beim Zahnarzt und die professionelle Zahnreinigung genannt. Je frühzeitiger das Problem des Zahnfleischrückgangs erkannt wird, desto besser und so kann dem Voranschreiten entgegengewirkt werden.

TIPP: Falls die mechanischen Schäden zum Rückgang geführt haben, kann beispielsweise die Änderung der Putzroutine hier Erfolge bringen.

Wenn Parodontose der Grund für einen Zahnfleischrückgang ist, gibt es eine gezielte Behandlung beim Zahnarzt, die Bakterien im Mund zu reduzieren. Der Zahnarzt reinigt hier die Zahntaschen gründlich und das geht über eine professionelle Zahnreinigung weit hinaus. Ein Zahnfleisch, welches nur leicht zurückgegangen ist, kann sich noch regenerieren. Ein komplett abgebautes Zahnfleisch kann jedoch nicht neu gebildet werden. Das heißt für den Betroffenen, dass Gewebe, welches er verloren hat, nicht neu aufgebaut werden kann.

Es gibt jedoch zahnchirurgische Eingriffe, die helfen, die offenen Zahnhälse, bei denen Zahnfleisch fehlt, abzudecken.
Das kann innerhalb einer Zahnfleischtransplantation passieren. Auch durch eine Verschiebung des Zahnfleisches kann man hier Hilfe erhalten. Das nennt man dann eine Zahnfleischkorrektur. Die Schmerzempfindlichkeit der Zähne kann durch diese Abdeckung der offenliegenden Zahnhälse gelindert werden. So sinkt das Risiko, dass Wurzelkaries durch die freiliegenden Zahnhälse entsteht.

Einen speziellen Wirkstoff gegen Zahnfleischrückgang gibt es medizinisch derzeit nicht, aber die beste Basismaßnahme ist eine gründliche und vor allem optimierte Mundhygiene. Bei der zahnärztlichen Routineuntersuchung sollte darauf geachtet werden, dass die Faktoren, die für den Zahnfleischrückgang verantwortlich sind, wieder ausgeschlossen werden.

Hier nochmal die Behandlungen beim Rückgang des Zahnfleisches im Überblick:

  • Ursache ermitteln
  • schonende und optimierte Mundhygiene
  • richtige Zahnputztechnik
  • Behandlung der eventuellen Grunderkrankung (Parodontitis etc.)
  • chirurgische Eingriffe (Transplantation)

Tipps, die bei Zahnfleischrückgang zu beherzigen sind:

  • regelmäßige zahnärztliche Untersuchungen
  • genaue Diagnosestellung
  • regelmäßige Kontrolltermine
  • professionelle Zahnreinigung
  • morgens und abends Zähne richtig putzen
  • nach dem Frühstück Zähne putzen
  • vor dem Schlafengehen Zähne putzen
  • fluoridhaltige Zahnpaste verwenden
  • Zahnzwischenräume einmal täglich reinigen
  • wenig Druck beim Zähneputzen
  • die richtige Zahnbürste verwenden
  • putzen von “rot” nach “weiß”
  • Zahnbürste alle zwei Monate spätestens wechseln
  • antibakterielle Mundspülung verwenden
  • nicht rauchen
  • ausgewogener Lebensstil
  • ausreichend Schlaf

Fazit: Zahnfleischrückgang muss nicht sein!

Das Zahnfleisch wirkt wie eine ganz natürliche Barriere in unserem Mund und deckt die Zahnhälse, die Wurzeln und den Alveolarknochen ab. Dadurch schützt es uns vor mechanischen Belastungen und Bakterien, sowie vor anderen schädigenden Einflüssen. Oft bemerkt der Betroffene die Funktionen des Zahnfleisches erst dann, wenn es zurückgeht.
Ob Parodontitis oder andere Gründe: Ein Zahnfleischrückgang kann gut behandelt werden, wenn man die Ursachen hierfür bekämpft.

Wer raucht, riskiert übrigens ein erhöhtes Risiko, mit Zahnfleischrückgang in Konfrontation zu geraten. Dadurch können sich Krankheitserreger besser ansiedeln. Auch bei Stoffwechselerkrankungen, wie beispielsweise Diabetes, kann es zu Zahnfleischschwund kommen. Wie bei allen Erkrankungen gilt auch hier: Vorbeugen ist besser als Heilen.

Bildernachweis: Titelbild - Zahnfleisch Urheber: hightower_nrw / 123RF Standard-Bild
Mundgeruch Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com
Zahnbürste Urheber: CC0 Public Domain-Pixabay.com